Atherom – Grützbeutel: Definition – Ursachen – Symptome

Atherom: Definition

Was ist ein Atherom?

Atherome sind gutartige Zysten im Bereich der behaarten Haut, die sich dort aufgrund verstopfter Talgdrüsenausgänge entwickeln. Sie werden als Beulen unterschiedlichen Ausmaßes sichtbar und können klein wie ein Senfkorn sein oder sogar Hühnereigröße erreichen.

Umgangssprachlich werden Atherome auch Talgzyste oder Grützbeutel genannt. Diese Namen beschreiben die Beschaffenheit dieser derb-elastischen Knoten sehr gut, in deren Innerem sich kleine Talgbröckchen finden lassen.

In 9 von 10 Fällen sitzen Atherome auf der behaarten Kopfhaut. Sie können sich aber auch am Hals, im Gesicht, hinter den Ohren oder an anderen Körperpartien wie Bauch oder Genitalbereich entwickeln. Das liegt daran, dass die Talgdrüsen nicht gleichmäßig über den Körper verteilt sind. Es gibt sowohl Regionen mit vielen Talgdrüsen als auch Regionen ohne Talgdrüsen.

Atherome entstehen aus bestimmten Zellen der Haarfollikel. Sie können sowohl einzeln (solitär) als auch mehrfach (multipel) vorkommen oder es können mehrere alleinstehende Grützbeutel gleichzeitig am Körper verteilt sein.

Formen der Atherome

Eine Einteilung der Atherome kann wegen der zugrunde liegenden Zusammenhänge wie unterschiedliche Gewebestrukturen des Haarfollikels, Zysteninhalt sowie Lokalisation vorgenommen werden.

Man unterscheidet die Trichilemmalzyste (eigentlicher oder „echter“ Grützbeutel), die Epidermalzyste und das Steatokystom (Ölzyste).

Atherom: Ursachen und Auslöser

Der größte Teil der Talgdrüsen befindet sich am Epithel der Haare im oberen Teil der Lederhaut. Ihre Aufgabe besteht darin, beständig Talg zu produzieren, der unsere oberste Hautschicht und unsere Haare auf natürliche Weise fettet und geschmeidig hält, damit diese nicht austrocknen und widerstandsfähig bleiben. Talg schützt unsere Haut vor eindringenden Krankheitserregern, Hautkrankheiten und Chemikalien.

Dieser Talg, auch Sebum genannt, ist ein Gemisch aus Fetten, Zellen und freien Säuren. Er wird normalerweise über den Talgdrüsenausgang, der in den schmalen Kanal im Bereich einer Haarwurzel mündet, nach außen abgesondert. Ist dieser Ausführungsgang an seiner engsten Stelle durch abgestorbene Hautzellen oder eingetrockneten Talg verschlossen, gibt die Talgdrüse ihren Inhalt nach innen ab.

Der ständig weiter produzierte Talg sammelt sich unter der Haut und es entsteht eine typische halbkugelförmige Beule oder Blase, die langsam anwachsen kann.

Risikofaktoren für die Entstehung von Atheromen

Es gibt Menschen, deren Haut dazu neigt, Atherome zu bilden. Die Anlage dazu wird offenbar schon während der Hautentwicklung beim Embryo gelegt.

Ebenso ist bei Menschen mit fettiger Haut die Bildung dieser Zysten häufiger zu sehen als bei Menschen mit normaler oder trockener Haut.
Eine familiäre Häufung und damit eine genetische Veranlagung für die Atherom-Bildung kann man ebenso beobachten.

Atherom: Symptome

Ist ein Atherom nicht entzündet, verursacht es, wenn es noch sehr klein ist, zunächst keine Beschwerden. Es ist nicht schmerzhaft, verursacht aber häufig ein unangenehmes Spannungsgefühl der Haut über der mit Talg prall gefüllten Blase bzw. Vorwölbung.

Da das Atherom die Farbe der Haut hat, fällt es im Bereich des behaarten Kopfes auch kaum auf und wird erst bemerkt, wenn es sich ertasten lässt oder vielleicht beim Kämmen stört. Die meisten Menschen suchen einen Arzt auf, wenn es etwa haselnussgroß ist. Schwillt es jedoch bis auf Hühnereigröße an, wird die Haut darüber stark gedehnt und die Haare stehen hier weiter auseinander als auf den übrigen behaarten Körperpartien oder können gänzlich fehlen.
Auf der Oberfläche ist in manchen Fällen ein zentraler grauer oder schwarzer Punkt an der Stelle des verstopften Ausführungsganges zu sehen. Wenn ein Atherom nicht entzündet ist, lässt es sich außerdem unter der Haut verschieben, während es nach einer erfolgten Entzündung fest auf der Haut sitzt, da die entzündeten Hautschichten miteinander verbacken.

Je nachdem, wo das Atherom sitzt, stellt es für viele Betroffene in erster Linie ein kosmetisches Problem dar.
Keinesfalls sollte man aber selbst versuchen, den Inhalt des Atheroms auszudrücken, um es auf diese Weise wie einen Pickel oder Mitesser zu entfernen. Die Gefahr, mit den Fingern und Fingernägeln Bakterien in den Knoten einzubringen, ist sehr groß. Die Folge wäre eine Entzündung mit Schwellung, Rötung und Schmerzen. Mit der Bildung von Eiter könnte sich als mögliche Komplikation ein Abszess entwickeln.
Ein langfristiger Erfolg würde sich ohnehin nicht einstellen, da die Kapsel des Grützbeutels bei derartigen Manipulationen in der Haut verbleibt und sich nach einiger Zeit ein neues Atherom bilden würde.
Die Entfernung eines Atheroms gehört immer in die Hände eines Arztes!

Diagnose

Auch wenn Atherome gutartiger Natur sind, sollten sie vom Hautarzt untersucht werden, um Verwechslungen mit Hautverdickungen anderer Ursache auszuschließen. Er wird die betroffenen Stellen untersuchen und Fragen zu Art und Dauer der Beschwerden stellen. Einer möglichen späteren Infektion der Talgzysten kann so am besten vorgebeugt werden.

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