Hämangiome – Blutschwämmchen: Ursachen und Behandlung

Hämangiome sind gutartige Tumore, die sich bilden, wenn sich Blutgefäße ohne feststellbaren Grund weiterentwickeln und dadurch Wucherungen entstehen. Diese auch als Blutschwämmchen oder Erdbeerflecken bezeichneten Gefäßanomalien treten meistens im Säuglingsalter auf und können im Gesicht sowie an allen Körperpartien erscheinen. Grundsätzlich ist es möglich, dass sich diese Tumore überall dort bilden, wo Blutgefäße vorhanden sind, also auch an inneren Organen wie Gehirn oder Leber sowie an Haut oder Knochen.

Ursachen für die Bildung einer Gefäßwucherung

Hämangiome entstehen, wenn sich Gefäßzellen unkontrolliert teilen. Die genauen Auslöser für die Bildung dieser wie Schwämme wuchernden Gefäßanomalien sind bis jetzt weitgehend unbekannt. Man vermutet, dass diese Vorgänge hormonell gesteuert werden, es wird jedoch auch nicht ausgeschlossen, dass die Bildung dieser entarteten Zellen auf eine gewisse erbliche Veranlagung des jeweiligen Menschen zurückzuführen ist.

Aussehen und Beschaffenheit von Blutschwämmchen

Je nach Art der Gefäßwucherung wird zwischen zwei Gruppen von Hämangiomen unterschieden. Die oberflächliche, meist kleine Erscheinungsform wird als kapillares Hämangiom bezeichnet und erinnert durch seine überwiegend intensivrote Farbe sowie die unregelmäßige Form an eine kleine Erdbeere, die sich an der Hautoberfläche oder auch an den Schleimhäuten gebildet hat. Diese Art der Blutschwämmchen bildet sich meist von selbst wieder zurück, ohne dass therapeutische Ansätze dies unterstützen müssten.

Kutane und subkutane Hämangiome

Anders verhält es sich mit der Erscheinungsform des kavernösen Hämangioms, das sich an großen Gefäßen entwickelt und in unterschiedliche Tiefen der Haut reichen kann. Je nachdem unterscheiden die Mediziner hier zwischen einem kutanen und einem subkutanen Hämangiom. Die kutane Form bildet auf der Haut eine weiche knotenförmige und scharf begrenzte Erhebung, die eine rote bis bläuliche Farbe annehmen kann. Kutane Hämangiome bilden sich in den meisten Fällen von alleine zurück, dies kann jedoch in manchen Fällen bis zu zehn Jahre dauern. Das als subkutane Erscheinungsform bezeichnete Blutschwämmchen ist von flacher Erscheinung und erscheint als dunkler, meist bläulich schimmernder, konturloser Fleck auf der Haut. Diese Art bildet sich selten ohne Therapie zurück.

Hämangiome – keine Seltenheit

Durchschnittlich erscheint bei etwa fünf bis zehn Prozent aller Neugeborenen kurz nach der Geburt ein Hämangiom, das meistens innerhalb des ersten Lebensmonats auftritt. Mädchen sind von diesen Gefäßwucherungen deutlich häufiger betroffen als Jungen. In etwa 60 Prozent aller Fälle treten Hämangiome im Gesicht sowie im Halsbereich auf, aber auch an der Partie des Dekolletés sind Blutschwämmchen oft festzustellen. In den meisten Fällen bilden sie sich bereits im Laufe des Kleinkindalters von selbst wieder zurück und treten nur äußerst selten im Erwachsenenalter wieder auf.

Lässt sich nach der Geburt bei einem Säugling ein Blutschwämmchen feststellen, ist es in den meisten Fällen winzig. Mit zunehmendem Alter des Babys nimmt auch das Hämangiom an Größe zu, die Wachstumsphase ist jedoch meistens im Alter von sechs Monaten, spätestens mit einem Jahr abgeschlossen. Ab da befindet sich der Tumor dann in der Rückbildungsphase, die mehrere Jahre andauern kann. Dies bedeutet, dass von den betroffenen Kindern und ihren Eltern ein großes Maß an Durchhaltevermögen und Geduld gefordert wird, was manchmal eine große Belastung darstellt.

Je nach Beschaffenheit der betroffenen Hautstelle und der Größe des Blutschwämmchens können darüber hinaus Veränderungen der Hautoberfläche oder Narben zurückbleiben, die ein Leben lang an die frühere Existenz dieser Tumore erinnern.

Ein überwiegend kosmetisches Problem

In den meisten Fällen ist ein Blutschwämmchen harmlos und geht nicht mit Schmerzen einher, bedeutet aber das Risiko einer dauerhaften optischen Entstellung, vor allem, wenn es im Gesicht oder an der Halspartie auftritt. Die Überbleibsel können in manchen Fällen als ästhetisch störend empfunden werden und den Betroffenen im Kindes- und Erwachsenenalter stigmatisieren. Dadurch ist die Gefahr einer starken psychischen Belastung nicht auszuschließen, und es sollte in schweren Fällen mit einem Arzt eine mögliche operative Entfernung, die durch Laserbehandlungen, eine chirurgische Exzision oder eine Vereisung durchgeführt wird, diskutiert werden. Auch der äußerliche Einsatz von einigen Arzneistoffen wie Interferon- und Glukokortikoid-Präparaten oder Beta-Blockern hat sich in der Behandlung von Blutschwämmchen in vielen Fällen erfolgreich bewährt.

Auch wenn es zu Komplikationen wie Blutungen oder Thrombosen-Bildung kommt, muss ein Arzt eine geeignete Therapie finden, um das Hämangiom zu entfernen. Das Gleiche gilt auch, wenn der Tumor im Mund oder auf den Lippen oder dicht an einem Auge, einem Ohr oder der Nase wächst, da er an solchen Stellen die Nahrungsaufnahme behindern kann oder die Funktion der Sinnesorgane negativ beeinträchtigt. Vor allem am Augenlid ist die Gefahr gegeben, dass es dadurch bei dem Kind zu Schielen kommt oder die Sehkraft eingeschränkt wird.

Innerliche Hämangiome – eine äußerst seltene, aber lebensbedrohliche Gefahr

Lassen sich bei einem Säugling gewisse unerklärliche Symptome wie eine starke Gelbsucht, ungewöhnliche Atemgeräusche oder Blut im Stuhl feststellen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, der in umfangreichen Untersuchungen feststellen kann, ob eventuell innerliche Hämangiome die Auslöser sind. Auch wenn bereits mehrere äußerliche Formen dieser Gefäßwucherungen festzustellen sind, sollte ausgeschlossen werden, dass auch innerliche Hämangiome vorhanden sind.

Nur in äußerst seltenen Fällen kann es durch die Bildung eines zu stark wachsenden Hämangioms zu Komplikationen lebensbedrohlicher Natur durch die Einschränkung von Organfunktionen kommen. Allerdings können hier ernste Zwischenfälle wie ein Atemstillstand, Herzversagen oder innere Blutungen die Folge sein. Auch die als Kasabach-Merritt-Syndrom bekannte Blutgerinnungsstörung tritt als Folge einer Sonderform der Hämangiome auf. Der Arzt wird in jedem Fall, je nach Schweregrad und Lokalisation eines Blutschwämmchens für das Kind, anhängig von seinem Alter und seiner Konstitution eine individuell angepasste Therapiemöglichkeit finden.

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