Hautblasen (Bullae)

Hautblasen oder Bullae bezeichnen durch äußere Reizung verursachte, leichte und meist harmlose Hautverletzungen, die mitunter stark brennen können. Sie entwickeln sich aufgrund einer Ablösung oberer Hautschichten und der Entstehung eines Zwischenraums, der sich mit einer eiweißarmen Gewebsflüssigkeit füllt. Hautblasen zeigen sich als eine äußere Wölbung und Weitung der obersten Hautschichten über einer Ansammlung von Wundwasser.

Je nachdem, ob sie unter der Hornhaut, der Oberhaut oder der Lederhaut auftreten, wird zwischen subkornealen, intraepidermalen und subdermalen Bullae unterschieden. Hautblasen können zwar mitunter sehr schmerzhaft sein, stellen jedoch in der Regel kein gesundheitliches Problem dar, sofern nur kleine Bereiche der Haut betroffen sind. Bei sorgfältiger Behandlung kommt es zu nur selten zu Komplikationen wie etwa Infektionen und Hauterkrankungen, die eine medizinische Betreuung notwendig machen.

Ursachen für die Entstehung von Hautblasen

Bullae entstehen aufgrund von äußeren Einwirkungen auf die Haut, die mechanischer, chemischer oder physikalischer Natur sein können. So treten Hautblasen an den Füßen meist als Folge von Reibung wie etwa durch schlecht oder locker sitzende Schuhe und Socken auf. Starkes Schwitzen in schlecht durchlüfteten Schuhen weicht zudem die Haut auf und macht sie dadurch anfälliger für Blasen. An den Händen wird die Blasenbildung durch Aktivitäten wie etwa Rudern, Turnen oder Racketsportarten sowie durch Gartenarbeit begünstigt.

Bullae entstehen zudem oft nach Ätzungen, Licht- und Kälteschäden sowie Verbrühungen, Verbrennungen oder Erfrierungen zweiten Grades. Auch ein schwerer Sonnenbrand kann mit der Entstehung von Hautblasen einhergehen. Diese entwickeln sich nicht unmittelbar nach der Reizung oder Verletzung der Haut, sondern erst nach mehreren Stunden. Selten gehen auch allergische Reaktionen sowie bakterielle Infektionen der Haut, wie etwa das bullöse Erysipel mit der Bildung solcher Blasen einher.

Behandlung von Hautblasen

Die gewölbte Haut und die darunterliegende Flüssigkeit schützen die Wunde vor dem Eindringen von Keimen, die Infektionen auslösen können. Daher sollten Bullae wenn möglich nicht aufgestochen werden, sondern in Ruhe abheilen und nur mit Wasser und etwas milder Seife sauber gehalten werden. Im Zuge des Heilungsprozesses bilden sich Hautblasen allmählich von selbst zurück und es kommt nur äußerst selten zu Narbenbildung. Um die Blase vor weiterer mechanischer Reizung zu schützen, sollte eine stark fetthaltige Salbe wie etwa Vaseline aufgetragen werden.

Befindet sich eine Bulla an einer ungünstigen Stelle wie etwa der Fußsohle und kann daher durch die Druckbelastung nicht ausheilen, ist ein Aufstechen oft notwendig. Für eine Punktion sollte immer ein steriles und spitzes Instrument wie etwa eine Nadel verwendet werden. Wichtig ist dabei jedoch, die überschüssige Haut keinesfalls wegzuschneiden, da sie eine gewisse Schutzfunktion erfüllt.

Nachdem die Wundflüssigkeit abgelaufen ist, wird die betroffene Hautstelle mit einem schmerzlindernden Blasenpflaster bedeckt, das die Wunde vor Infektionen schützt. Auch wenn Hautblasen von selbst aufplatzen, sollten solche Pflaster zum Einsatz kommen. Die verletzten Hautschichten können sich darunter allmählich wieder miteinander verbinden, wodurch es zur Ausheilung kommt.

Aggressive oder alkoholhaltige Desinfektionsmittel oder ätherische Öle sollten keinesfalls auf die freiliegenden Hautstellen aufgetragen werden, da sie zu starkem Brennen führen und den Heilungsprozess verlangsamen. In der alternativen Behandlung von geplatzten oder punktierten Blasen hat sich der pure, in seiner Konsistenz gelartige Pflanzensaft der Aloe Vera erfolgreich bewährt, der die betroffene Stelle vor Austrocknung bewahrt und die Heilung beschleunigt. Verursachen Bullae bei Kontakt mit Kleidung oder Gegenständen starke Schmerzen, können diese durch eine Polsterung mit einer Mullbinde wirksam gelindert werden.

Ein Arzt sollte dann konsultiert werden, wenn die Hautblase einen Durchmesser von über fünf Zentimetern aufweist oder sich die Wunde nach dem Platzen oder Punktieren infiziert. Bullae, die aufgrund von großflächigen Verbrennungen und Erfrierungen entstanden sind, verlangen immer die Wundbehandlung durch medizinisches Fachpersonal.

Hautblasen wirksam vorbeugen

Da sich Hautblasen, die durch mechanische Reibung verursacht werden, bereits vor ihrer Entstehung durch brennende Schmerzen ankündigen, kann der Betroffene einiges tun, um deren Bildung zu verhindern. Dazu gehört die schnelle Beseitigung des Umstandes, der zur Reibung auf der Haut geführt hat. Durch Kühlen der betroffenen Hautstelle sowie der Behandlung mit einer beruhigenden Salbe kann der Entstehung von Hautblasen entgegengewirkt werden.

Bullae, die an den Füßen durch das Tragen von ungeeignetem oder schlecht sitzendem Schuhwerk entstehen, kann im Alltag durch einige einfache Maßnahmen wirkungsvoll vorgebeugt werden.

Neue Schuhe sollten langsam eingegangen werden, damit sich das Material an die Form der Füße anpassen kann. Sind die Schuhe anfangs zu eng, kann die schmerzende Hautstelle mit einem Blasenpflaster abgedeckt und so effektiv vor der Reizung geschützt werden. Sind längere Ausflüge oder sportliche Unternehmungen geplant, sollten die Füße schrittweise auf die bevorstehende Belastung gewöhnt werden.

Qualitativ hochwertige und gut sitzende Socken ohne Nähte und aus weichen synthetischen Materialien verhindern, dass es zu einer mechanischen Reizung der Haut kommt. Die Socken sollten im Zuge langer Wanderungen in regelmäßigen Abständen gewechselt werden, damit sich im Schuh kein feuchtes Klima bilden kann, das die Entstehung von Hautblasen begünstigt.

Menschen, die zu schwitzenden Füßen neigen oder Schuhe aus nicht atmungsaktiven Materialien tragen, stehen in der Apotheke erhältliche Antihidrotika in Form von Sprays oder Puder zur Verfügung, die auf der behandelten Hautstelle die übermäßige Schweißbildung hemmen. Athleten können beanspruchte Hautpartien an den Händen mit Sportklebeband abdecken und dadurch der Reizung wirksam vorbeugen.

Um Verbrennungen zu verhindern, sollte bei beruflichem Hantieren mit Feuerquellen oder heißen Gegenständen stets geeignete Schutzkleidung getragen werden. Dies gilt auch im Haushalt, wo es besonders beim Kochen und beim Umgang mit Backöfen und heißem Geschirr oft zu Verbrennungen kommt, die die Entstehung von Hautblasen nach sich ziehen. Effektiven Schutz vor solchen kleinen Verletzungen bieten Ofenhandschuhe oder dicke Topflappen.

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