Herpes simplex: Behandlungsmöglichkeiten

Eine erfolgreiche Behandlung von Herpes simplex stützt sich auf mehrere Säulen und umfasst schulmedizinische Therapiemaßnahmen ebenso wie alternative Heilmittel und einige bewusste Umstellungen der Lebensgewohnheiten. Da die Erreger lebenslang im Körper verweilen und in Phasen vorübergehender Immunschwächen reaktiviert werden, spielen Lebensstil und Ernährung eine zentrale Rolle in der Prävention der unangenehmen Ausbrüche.

Lippen- und Genitalherpes lassen sich in vielen Fällen auf natürliche Weise erfolgreich behandeln. Unter bestimmten Umständen ist eine gezielte schulmedizinische Behandlung von Herpes simplex jedoch unumgänglich, um mitunter lebensbedrohliche Komplikationen zu verhindern.

Schulmedizinische Behandlung von Herpes simplex

In den meisten Fällen nehmen Lippen- und Genitalherpes harmlose Verläufe und heilen auch ohne medikamentöse Therapien nach einigen Tagen folgenlos aus. Um die Krankheitsdauer zu verkürzen, stehen Virostatika in Form von Salben zur Verfügung, die die Wirkstoffe Aciclovir und Penciclovir enthalten und auf die betroffenen Hautareale aufgetragen werden. Um einer Ausbreitung der Bläschen vorzubeugen, können Herpespflaster angewendet werden, wobei diese keinen Einfluss auf den Heilungsprozess ausüben, sondern nur eine Schmierinfektion verhindern. Bei starken Schmerzen wird der behandelnde Arzt zusätzlich ein kühlendes oder entzündungshemmendes Präparat verschreiben.

Schwere Verläufe im Genitalbereich oder ein Befall der Augen macht den Einsatz von Virostatika in Tablettenform notwendig, um eine weitere Verbreitung der Erreger zu verhindern. Bei ständig wiederkehrenden Ausbrüchen kann der Arzt eine Suppressionstherapie vorschlagen. Dafür nimmt der Betroffene über mehrere Monate bis Jahre hinweg kontinuierlich geringe Dosen des Arzneistoffes ein, um Reaktivierungen des Virus zu verhindern.

Eine gezielte Therapie mit hoch dosierten antiviralen Wirkstoffen ist in erster Linie bei Patienten angezeigt, die aufgrund einer schweren Erkrankung oder einer Therapie mit Immunsuppressiva an einer erheblichen Immunschwäche leiden. Um schwere Komplikationen zu verhindern, werden die Virostatika in solchen Fällen intravenös in Form von Infusionen verabreicht.

Eine innerliche oder sogar intravenöse Behandlung von Herpes simplex im Genitalbereich kann auch im letzten Trimenon einer Schwangerschaft notwendig werden. Vor allem die Erstinfektion der Schwangeren verlangt eine medikamentöse Therapie, um eine Übertragung auf das Kind während der Geburt zu verhindern. Bei einem akuten Genitalherpes nach der 30. Schwangerschaftswoche kann das Baby vor einer mitunter lebensgefährlichen Infektion nur durch einen Kaiserschnitt geschützt werden. Ist ein Kaiserschnitt nicht möglich, werden sowohl die Mutter als auch das Kind sofort nach der Geburt mit Virostatika behandelt.

Hausmittel als natürliche Virostatika

Jedes synthetisch hergestellte Virostatikum verliert bei langfristiger Therapie allmählich seine Wirkung, da die Erreger Resistenzen gegen die Medikamente entwickeln können. Wenn chemische Arzneistoffe gegen Herpesviren nicht mehr den gewünschten Heilungserfolg zeigen, kann eine natürliche Behandlung von Herpes simplex eine sinnvolle – und in den meisten Fällen ebenso wirksame – Alternative sein. Gerade bei Herpes labialis und Herpes genitalis zeigt die lokale Anwendung von Hausmitteln mit antiviralen Eigenschaften oft eine ebenso schnelle Wirkung wie chemische Präparate und können im Frühstadium sogar einen Ausbruch der schmerzhaften Bläschen verhindern.

In der alternativen Behandlung von Herpes simplex kommen ätherisches Teebaum-, Melissen- oder Nelkenöl erfolgreich zum Einsatz. Wichtig ist die hundertprozentig naturbelassene und unverfälschte Qualität des Öls. Es sollte bereits bei ersten Anzeichen wie dem charakteristischen Kribbeln und Brennen auf die betroffenen Hautpartien punktuell aufgetragen werden. In vielen Fällen kommt es bei einer frühzeitigen Anwendung der antiviralen ätherischen Öle gar nicht zur Bildung der Bläschen, da die Vermehrung der Erreger gehemmt wird. Hat sich die Hautinfektion bereits entwickelt, sollte das Öl mit einem Wattestäbchen oder einer Fingerspitze vorsichtig auf die Bläschen aufgetragen werden. Eine sorgfältige Hygiene spielt eine zentrale Rolle, um die Viren nicht zu verteilen und eine Ausbreitung der Symptome zu verhindern. Dies gilt auch für die Anwendung von Salben mit Zitronenmelissenextrakt, das sich in der alternativen Behandlung von Herpes simplex ebenso erfolgreich bewährt hat.

Eine hohe Wirksamkeit entfaltet zudem kalt gepresstes Kokosöl, das durch den hohen Gehalt an Laurinsäure beachtliche Behandlungserfolge gegen sämtliche lipidumhüllte Viren zeigt. Auch das Kokosöl sollte bereits bei ersten Anzeichen eines Ausbruchs direkt auf die Haut aufgetragen werden, um die Bildung der Bläschen zu verhindern. Um die akuten Symptome zu lindern und die Heilung der entzündeten Haut zu beschleunigen, bietet sich auch der frische gelförmige Blättersaft der Aloe vera an. Alternativ werden in der Apotheke naturbelassene Salben aus Aloe Vera angeboten, die wie Präparate mit Aciclovir lokal aufgetragen werden.

Bei einer Manifestation im Mund sind Eiswürfel an den betroffenen Stellen sowie Spülungen mit Schwarztee die Hausmittel erster Wahl. Bei Kindern über zwei Jahren stellt Manuka-Honig eine wirksame Alternative dar. Der im Manuka-Honig enthaltene Wirkstoff Methylglyoxal desinfiziert die betroffenen Schleimhäute, tötet die Viren und fördert eine schnelle Wundheilung. Auch Propolis kommt bei Herpesinfektionen der Mundhöhle in Form von Spülungen und Salben erfolgreich zum Einsatz.

Mit einem gesunden Lebensstil Herpes simplex entgegenwirken

Um der Erkrankung erfolgreich und vor allem langfristig entgegenzuwirken, ist einer Reaktivierung des in den Nervenzellen des Körpers schlummernden Virus gezielt vorzubeugen. Herpes simplex führt nur dann zu einem Auftreten der typischen Symptome, wenn das Immunsystem geschwächt ist und den Erreger nicht in Schach halten kann. Daher sollte einem Lebensstil, der das Immunsystem nachhaltig stärkt, große Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Eine ausgewogene Ernährung, die alle notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie Eiweißbausteine und ungesättigten Fettsäuren in einem auf die Bedürfnisse des Körpers optimal abgestimmten Verhältnis enthält, ist die wichtigste Grundvoraussetzung für ein intaktes Immunsystem. Menschen, die wiederholt an Herpesbläschen im Gesichts- oder Genitalbereich leiden, sollten daher besonders auf einen gesunden Speiseplan mit hoher Nährstoffdichte achten. Eine besondere Rolle spielen Vitamin C sowie die Vitamine der B-Gruppe. Insbesondere die immunstärkende Wechselwirkung von Vitamin C und Folsäure ist an der langfristigen Vorbeugung von Herpes-simplex-Ausbrüchen wesentlich beteiligt. Beide Vitamine sind äußerst hitzeempfindlich und daher vorrangig in rohem Obst und Gemüse enthalten. Fünf Portionen Obst und Gemüse täglich, idealerweise in Form von Rohkost und Salaten, unterstützen das Immunsystem dabei, einer Reaktivierung des Virus entgegenzuwirken.

Ebenso bedeutsam für die Vorbeugung der Erkrankung sind ausreichende Mengen an Vitamin E und D. Die besten Lieferanten für Vitamin E sind naturbelassene, kalt gepresste und unraffinierte Pflanzenöle, allen voran Sonnenblumenöl und Maiskeimöl. Auch Kokosöl, das wie bereits erwähnt hervorragende antivirale Eigenschaften aufweist, enthält hohe Mengen an Vitamin E und sollte daher von Herpesträgern unbedingt in die tägliche Ernährung integriert werden.

Da der menschliche Körper das immunschützende Vitamin D aus UV-Licht und Cholesterin in der Haut selber herstellen kann, ist tägliche Bewegung an der frischen Luft in jeder Jahreszeit ebenfalls eine wichtige Maßnahme, um die Aktivität der Herpesviren zu unterbinden. Auch Zink spielt in der Virusabwehr eine wichtige Rolle und sollte dem Körper über die tägliche Ernährung in ausreichenden Mengen zur Verfügung gestellt werden. Hervorragende Zinklieferanten sind Kerne und Nüsse, Weizenkeime, Meeresfrüchte und Leber.

Bei häufig wiederkehrenden und akuten Herpes-Simplex-Ausbrüchen hat sich in vielen Fällen die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit einer hoch dosierten Kombination von Vitamin C und Zink erfolgreich bewährt. Eine solche Maßnahme sollte jedoch immer im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, um Überdosierungen von Nährstoffen zu verhindern. Eine Supplementation mit Zink ist vor allem empfehlenswert, um mit dem Virus infizierte Kinder vor den unangenehmen Herpesbläschen auf sanfte Weise zu schützen.

Auch ein gesunder Lebensstil kann einiges dazu beitragen, um den Erreger in Schach zu halten. Da sich die Aminosäure L-Arginin nachweislich negativ auf den Verlauf der Erkrankung auswirkt, sollten Träger des Virus ihren Kaffee- und Schokolade-Konsum reduzieren. Auch Alkohol und Rauchen erhöhen das Risiko wiederholter Ausbrüche, weshalb der Verzicht auf diese Genussmittel eine wirksame Präventionsmaßnahme darstellt.

Die Einwirkung von Stresshormonen schwächt das Immunsystem und erhöht daher immer die Wahrscheinlichkeit für eine Reaktivierung des Virus. Eine ruhige und ausgeglichene Lebensführung und gezielte Maßnahmen zum Stressabbau sind daher zur Vorbeugung von Herpes-Simplex-Infektionen unentbehrlich. Bewusste Erholung von beruflichen und privaten Verpflichtungen, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, sportliches Training, Yoga oder Entspannungstechniken wie autogenes Training oder meditative Übungen sind ideal geeignet, um das individuelle Risiko eines erneuten Ausbruchs drastisch zu reduzieren.

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