Nesselsucht (Urtikaria): Ursachen – Definition – Verlauf

Nesselsucht – Definition

Was ist Nesselsucht überhaupt? Bei der Nesselsucht, die im medizinischen Fachjargon auch als Urtikaria bezeichnet wird, handelt es sich um eine krankhafte Reaktion der Haut, die häufig zurückzuführen ist auf immunologische Phänomene, auf Medikamente, auf Nahrungsmittel oder auf Stress. Kennzeichnend für eine Nesselsucht sind sogenannte Quaddeln, womit punktartige, knopf- oder plateauähnliche Erhebungen auf der Hautoberfläche gemeint sind, oder Erytheme, wie jene Hautrötungen medizinisch bezeichnet werden, die durch Gefäßerweiterungen zustande kommen.

Nesselsucht – Ursachen und Risikogruppen

Für die Nesselsucht Ursachen anzugeben, gestaltet sich aufgrund der vielen unterschiedlichen auslösenden Faktoren als relativ schwierig, weswegen es individuell abzuklären gilt, welche Umstände zum Ausbruch der Nesselsucht geführt haben – gewöhnlich sind jedoch eher Menschen von einer Urtikaria betroffen, die generell zu Allergien neigen, weswegen sie als Risikogruppe gelten.

Im Allgemeinen muss zwischen zwei verschiedenen Formen der Nesselsucht unterschieden werden: Während die Symptome einer akuten Urtikaria nicht länger als sechs Wochen bestehen, kann sich eine chronische Nesselsucht unter Umständen bis zu fünf Jahre in die Haut einnisten – was für Betroffene nicht nur aufgrund der gut sichtbaren Hautveränderungen äußerst unangenehm ist, auch der permanente Juckreiz stellt eine starke Belastung dar.

Nesselsucht durch Allergien

Wer auf ein bestimmtes Nahrungsmittel allergisch reagiert, muss jedes Mal, wenn er das allergieauslösende Nahrungsmittel verzehrt, mit dem Auftreten einer Nesselsucht rechnen – wobei in der Regel ein einfacher Hautkontakt keine Symptome in Erscheinung treten lässt. Ursache für die allergische Reaktion ist zumeist ein bestimmter Inhaltsstoff, der den Organismus dazu veranlasst, körpereigene chemische Substanzen auszuschütten, welche Entzündungen fördern.

Gewöhnlich bereiten den meisten Menschen industriell hergestellte Stoffe Probleme, die den Nahrungsmitteln aus den unterschiedlichsten Gründen zugesetzt wurden, wohingegen rein biologische Produkte seltener eine Nesselsucht auslösen – besonders künstliche Aromastoffe, Zitronensäure, Tyramine, Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe werden von empfindlichen Menschen schlecht vertragen und sind häufig auslösende Faktoren für eine Nesselsucht.

Tückisch ist, dass die Nesselsucht nicht sofort nach dem Verzehr des allergieauslösenden Wirkstoffs auftritt, sondern nicht selten eine Zeitverzögerung von bis zu 24 Stunden beobachtet werden kann – weswegen es Betroffenen mitunter schwerfällt, die auslösenden Substanzen bestimmen zu können. In seltenen Fällen kann es sein, dass einfacher Hautkontakt bereits ausreicht, um eine allergische Reaktionen in Form einer Quaddelbildung oder einer Rötung hervorzurufen, ohne dass der Verzehr einer Substanz nötig wäre.

Nesselsucht – psychische Ursachen

Nicht selten tritt eine Nesselsucht auf, wenn Betroffene unter starkem Stress leiden, wobei es zu unterscheiden gilt zwischen psychischem Stress, der beispielsweise zurückzuführen ist auf eine akute Überbelastung im Beruf, und emotionalem Stress, der vielleicht in Zusammenhang steht mit unverarbeiteten Erlebnissen, welche die Vergangenheit prägend beeinflusst haben.

In beiden Fällen kann in der Regel nachgewiesen werden, dass der Hormonhaushalt im Körper aus der Balance geraten ist, weswegen besonders das Stresshormon Adrenalin den Organismus überflutet, was zu einer übermäßigen Anregung des Immunsystems führt. Unter diesen Umständen ist es wichtig, auf die verursachenden Faktoren einzuwirken, weswegen bei beruflicher Überlastung beispielsweise eine Reduktion des Arbeitsumfangs erforderlich ist. Die Einnahme von Medikamenten ist hingegen auf Dauer kontraproduktiv, da der Körper langfristig auf andere Arten zu rebellieren beginnt.

Die Nesselsucht als begleitendes Symptom

Eine Nesselsucht kann unter Umständen ein begleitendes Symptom einer Primärerkrankung sein, die im schlimmsten Fall unbemerkt den Organismus belastet und von einem Arzt durch Standarduntersuchungen nicht diagnostiziert werden kann. Die Infektion eines Organs mit Pilzen, Viren oder Bakterien ist ein gutes Beispiel für eine Primärerkrankung, die sich negativ auf den Körper auswirkt, ihn schwächt und anfällig macht für viele Sekundärerkrankungen wie beispielsweise eine Nesselsucht.

Auch eine entzündete Magenschleimhaut, eine chronische Entzündung eines Organs oder eine Infektion mit Streptokokken müssen für eine Nesselsucht als Ursachen in Erwägung gezogen werden – daher ist es wichtig, eine Urtikaria nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, da sie als Indikator für schleichende Erkrankungen angesehen werden kann, die unerkannt dem Körper schwere Schäden zufügen können.

Der Verlauf einer Nesselsucht

Der Verlauf einer Nesselsucht hängt stark davon ab, um welche Form der Urtikaria es sich handelt und welche Faktoren den Ausbruch ausgelöst haben. Während die Symptome einer akuten Nesselsucht – die Quaddeln, die Rötungen und der Juckreiz – meist nur wenige Tage in Erscheinung treten und dann langsam wieder abklingen, kann die chronische Form mitunter über Jahre das Leben belasten.

Um zu verhindern, dass eine chronische Urtikaria einen schwerwiegenden Verlauf nimmt, ist es wichtig, dass Betroffene sich regelmäßig in ärztliche Behandlung begeben und auch die verordneten Medikamente diszipliniert einnehmen – des Weiteren muss der Arzt unbedingt gründlich und systematisch nach möglichen Ursachen Ausschau halten wie beispielsweise einer chronischen Infektion oder einer Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe, um den Organismus davor zu bewahren, dass er permanent mit Substanzen in Berührung kommt, die ihm schaden.

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