Polymorphe Lichtdermatose: Symptome und Therapie

    Die polymorphe Lichtdermatose beschreibt die häufigste Form der durch Photosensibilität hervorgerufenen Hautkrankheiten, im Zuge derer es durch den Einfluss von UV-Strahlung zu entzündlichen Veränderungen der Hautoberfläche kommt. Im Volksmund werden solche Erkrankungen als Sonnenallergien bezeichnet, da sie nach Einwirkung von Sonnenlicht entstehen. Es handelt sich dabei jedoch nicht um Allergien im herkömmlichen Sinn, da eine Immunreaktion als auslösender Faktor zwar vermutet, aber nicht wissenschaftlich bewiesen ist.

    Der Körper entwickelt im Normalfall gewisse Schutzmechanismen, die abnorme Hautreaktionen auf starke Sonneneinstrahlung unterdrücken. Treten Symptome einer polymorphen Lichtdermatose auf, antwortet die Haut nicht mit einer Verdickung der Epidermis, Bräunung oder einem Sonnenbrand, sondern mit juckenden und mitunter schmerzhaften Hautausschlägen. Die unter Jugendlichen weitverbreitete Mallorca-Akne oder Acne aestivalis stellt eine Sonderform der Photodermatosen dar.

    Auslöser von Sonnenallergien

    Die Ursachen dieser Hautkrankheiten sind bis heute nicht gänzlich erforscht. Die Symptome einer polymorphen Lichtdermatose entstehen fast immer nach ungewohnt starker Einwirkung von Sonnenlicht, vor allem von UVA-Strahlung. Wissenschaftler vermuten bestimmte Lichtsensoren in den Hautzellen sowie einen zellulären Mangel an Antioxidantien als Ursachen von Sonnenallergien. Auch etliche Medikamente wie Antipsychotika, Antidepressiva, hormonelle Verhütungsmittel, nichtsteroide Antirheumatika oder Diuretika erhöhen die Photosensibilität des Körpers und werden mit der Entstehung von Sonnenallergien in Zusammenhang gebracht. Die Mallorca-Akne wird neben diesen möglichen Faktoren vor allem durch eine Kombination aus einer Überproduktion der Talgdrüsen und vermehrtem Gebrauch von fetthaltigen Sonnenschutzmitteln ausgelöst.

    Verlauf der Erkrankung

    Die Symptome der polymorphen Lichtdermatose treten in der Regel innerhalb weniger Stunden, manchmal auch erst Tage nach dem Einwirken von Sonneneinstrahlung auf. Die Krankheit zeigt sich durch entzündliche Hautveränderungen, die vielfältige Formen annehmen können und an den Schultern, am Rücken und Bauch, an der Brust und den Armen, selten auch im Gesicht auftreten können.

    Arten der polymorphen Lichtdermatose

    Abhängig von der Beschaffenheit der Symptome der polymorphen Lichtdermatose werden drei Arten der Erkrankung unterschieden.

    Papulöser Typ
    Im akuten Stadium des papulösen Typs kommt es zum Auftreten zahlreicher, dicht beieinanderstehender Papeln von wenigen Millimetern Durchmesser, die selten auch zu winzigen punktförmigen Blutungen führen können.

    Plaque-Typ
    Der Plaque-Typ verursacht die Entstehung von flachen und fleckigen Hautrötungen, die mehrere Zentimeter groß werden können und oft mit örtlich begrenzten Schwellungen einhergehen.

    Papovesikulöser Typ
    Der papovesikulöse Typ der Sonnenallergie äußert sich durch Quaddeln und mit Flüssigkeit gefüllten Blasen oder Bläschen. Die Hautausschläge sind durch das starke Jucken und Brennen zwar äußerst unangenehm, verschwinden jedoch in der Regel nach einigen Tagen wieder, wenn der Betroffene weitere Sonnenexposition konsequent vermeidet. Die Symptome der polymorphen Lichtdermatose hinterlassen in der Regel keine Narben.

    Risikogruppen und wirksame Schutzmaßnahmen

    Menschen mit einer hellen Hautfarbe und blonden oder rötlichen Haaren, die zu Sommersprossenbildung neigen, sind von den Symptomen der polymorphen Lichtdermatose wesentlich häufiger betroffen als dunkelhäutige Personen.

    Die Erkrankung tritt überwiegend bei Kindern und jungen Erwachsenen auf, wobei Frauen häufiger unter abnormalen Hautreaktionen auf Sonnenlicht leiden als Männer. Jugendliche, die durch die Hormonumstellungen während der Pubertät zu fettiger Haut und zur Bildung von Pickeln und Mitessern neigen, leiden besonders häufig an der Mallorca-Akne.

    Um der Entstehung von Lichtdermatosen vorzubeugen, sollten Menschen, die durch ihren Hauttyp eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht feststellen oder unter Akne leiden, ihre Haut im Frühling und Sommer stets behutsam an die stärker werdende Sonneneinstrahlung gewöhnen. Vor allem vor Sommerurlauben am Meer, die mit einer erhöhten Sonnenexposition verbunden sind, wird lichtempfindlichen Menschen empfohlen, die Haut im Vorfeld während einer Phase von mehreren Wochen wiederholt der UV-Strahlung auszusetzen. Vom Besuch eines Solariums raten Ärzte photosensiblen Menschen wegen der erhöhten UV-Belastung ab.

    Der regelmäßige Gebrauch von Breitband-Sonnenschutzmitteln gegen UVA- und UVB-Strahlen mit höchstmöglichem Lichtschutzfaktor stellt die beste Maßnahme zur Prophylaxe dar. Das gleichzeitige Auftragen eines Präparats mit dem Antioxidans Alpha-Glucosylrutin verringert das Risiko einer Lichtdermatose zusätzlich. Jugendliche, die zu fettiger Haut neigen oder unter Akne leiden, sollten von fetthaltigen Sonnencremes Abstand halten und stattdessen Produkte in Form von Gels oder fettfreien Sprays anwenden.

    Lichtempfindliche Menschen können sich vor der Erkrankung auch durch das Tragen von hochgeschlossener Kleidung schützen. Während sich die oft empfohlene Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kalzium, Vitamin B3 und Beta-Carotin in wissenschaftlichen Studien als wirkungslos erwies, kann eine Erhöhung der Zufuhr von Vitamin D in Form von Omega 3-Fettsäuren die Vorbeugung und Therapie der polymorphen Lichtdermatose wirksam unterstützen.

    Behandlung von Sonnenallergien

    Die Therapie der polymorphen Lichtdermatose zielt einerseits darauf ab, die akuten Beschwerden wie das starke Brennen und Jucken innerhalb kurzer Zeit zu lindern und eine schnelle Abheilung des Hautausschlags zu begünstigen. Andererseits beinhaltet die Behandlung eine wirksame Prophylaxe vor erneuten Ausbrüchen. Um die akuten Symptome der polymorphen Lichtdermatose rasch zum Abklingen zu bringen, eignen sich lokal aufgetragene Cremes und Salben, die Kortikoide wie beispielsweise Hydrokortison enthalten. Starker Juckreiz kann auch durch die Anwendung von Antihistaminika erfolgreich behandelt werden. Regelmäßig erneuerte kühlende Umschläge tragen im akuten Stadium zusätzlich zu einer Linderung der Beschwerden bei.

    Prophylaktische Phototherapie

    Da eine empfohlene schrittweise Gewöhnung an starkes UV-Licht vor einem Winterurlaub in einem sonnenreichen Gebiet kaum möglich ist, können verschiedene Lichttherapien zum Einsatz kommen, die die Haut resistenter machen. Eine prophylaktische Phototherapie bereitet durch wiederholt durchgeführte Ganzkörperbestrahlung die Haut auf das UV-Licht vor und kann der Entstehung einer Sonnenallergie vorbeugen. Wenn diese Maßnahme keine Wirkung zeigt oder eine extreme Lichtsensibilität besteht, kann eine Photochemotherapie, die von einer gleichzeitigen Einnahme des Arzneistoffes 8-Methoxypsoralen begleitet wird, in Erwägung gezogen werden. Diese hochwirksame Methode der Therapie einer polymorphen Lichtdermatose ist jedoch mit langfristigen Risiken verbunden und sollte nur in Ausnahmefällen angewandt werden.

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